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30 September 2021

Überdachter Apfelanbau – eine praktische Alternative?

Überdachter Apfelanbau – eine praktische Alternative?

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In einigen Zuchtbetrieben in Europa werden in kleinem Rahmen Versuche mit überdachten Apfelplantagen durchgeführt. Es gibt jedoch noch zu viele Fragen, die beantwortet werden müssen, bevor Überdachungen in großem Umfang eingesetzt werden können. Wie entwickeln sich Krankheiten und Schädlinge unter einer Überdachung?

Autor: Matty Polfliet, Berater Fruitconsult.

Der Artikel stammt aus „Fruitteelt 17“ und wurde in Zusammenarbeit mit NFO und Fruitconsult. Lesen Sie hier den Artikel im PDF-Format.

Zusammenfassung

Im Jahr 2019 wurde ein Teil der Biokulturfläche mit einem aus Regen- und Hagelschutznetz kombinierten System überdacht. Schorf, die Regenfleckenkrankheit und Lagerungskrankheiten sind hier viel weniger verbreitet, wobei lediglich mit einem Schwefelprogramm bekämpft wird. Der Mehltau ist schwieriger zu bekämpfen, und die Bekämpfung ist sehr arbeitsintensiv. In der Anfangsphase war der Druck durch die grüne Laus hoch, aber dieses Problem wird mit zunehmendem Alter der Bäume voraussichtlich kleiner. Die Blutlaus hingegen wird vermutlich zu einer Herausforderung werden. Gegen sie kann man nur wenig unternehmen, außer ihre natürlichen Feinde zu intensivieren. Wie sich der Fruchtbaumkrebs in den nächsten Jahren auf  der Sorte Kanzi entwickeln wird, wird sehr spannend sein. Wenn sich dieser in Grenzen hält, ist das ein großer Erfolg.

Überdachter Obstanbau

Auf dem Testgelände Randwijk begann der überdachte Obstanbau in kleinem Umfang. Im Jahr 2015 wurde eine einzige Reihe Jonagold mit einer alten Beerenabdeckung überdacht. Diese Reihe wurde vier Jahre lang nicht gegen Schorf oder Lagerungskrankheiten behandelt. Trotz der Tatsache, dass die Bäume vom Regen nass wurden, hat sich hier nie nennenswerter Fruchtschorf entwickelt. Auch Verluste aufgrund von Lagerungskrankheiten nach langer Lagerung blieben minimal. In einer benachbarten, nicht überdachten und unbehandelten Reihe trat dagegen jedes Jahr erheblicher Fruchtschorf auf. Im Bio-Obstbau können die späten Sorten in feuchten Jahren stark unter der Regenfleckenkrankheit leiden. Im konventionellen Anbau bietet die Nebenwirkung der meisten Sommerfungizide Schutz davor. Im Jahr 2018 wurde deshalb eine Reihe Natyra/Elstar auf der Bio-Parzelle mit einer Regenschutzabdeckung überdacht, die unter das Hagelschutznetz gespannt wurde. Im Jahr 2020 wurde das Ganze durch ein kombiniertes Regen- und Hagelschutznetz mit Reißverschluss ersetzt. Darüber hinaus wurde die Überdachung auf drei Reihen ausgeweitet. Sobald die Überdachung geschlossen war, wurde die Bekämpfung eingestellt, mit Ausnahme einiger Schwefelbehandlungen gegen Mehltau. Neben den Lagerungskrankheiten und dem Schorf waren dann auch Regenflecken nicht vorhanden. Beeindruckend war auch die Ebenmäßigkeit von Elstar. Schorf, die Regenfleckenkrankheit sowie Lagerungskrankheiten treten folglich bei überdachten Apfelparzellen viel seltener auf.

Krankheiten und Schädlinge

Doch wie entwickeln sich andere Krankheiten und Schädlinge, wenn eine größere Fläche über mehrere Jahre hinweg überdacht ist? Aus früheren Studien war bekannt, dass die Gefahr eines Befalls durch Spinnmilben, Rostmilben, die Blutlaus und Mehltau zunehmen kann. Über die Entwicklung von Fruchtbaumkrebs war jedoch noch nichts bekannt. Der nächste Schritt war demnach, einen halben Hektar der Bio-Parzelle mit einem kombinierten Regen- und Hagelschutzsystem zu überdachen (im Jahr 2019). Das System wird größtenteils von FruitMasters finanziert und ist dementsprechend auch mit den FruitMasters-Sorten Kanzi, Tessa, Sunspark, Greenstar und Migo bepflanzt. Außerdem stehen unter der Überdachung auch noch die Bio-Sorten Elstar und Conference. Damit genügend Licht hineinfallen kann – Regenschutzfolie absorbiert mehr Licht als Hagelschutznetz - wurde ein größerer Pflanzabstand von 4 x 1 Meter festgesetzt. Dennoch dürfte diese Anbauweise etwa 40 Tonnen pro Hektar erzeugen. Erdverlegte Bewässerungsschläuche sollen eine optimale Bewässerung gewährleisten. Außerdem muss der Entwässerung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da durch die Überdachung doppelt so viel Regenwasser in die Fahrbahn abfließt.

Insekten und Milben

Ab dem Pflanzjahr 2019 war der Befall mit der Apfelgraslaus auf der überdachten Parzelle sehr stark. Dieses Insekt darf im Bio-Anbau nicht bekämpft werden. Im ersten Jahr war der Befall noch akzeptabel, da die Bäume weiterhin kräftig wuchsen. Im zweiten Jahr war der Befall heftig, vor allem auf der Sorte Kanzi. Dadurch standen zu viele Bäume in Gefahr, beschädigt zu werden. Dann wurde ein Sommeröl angewendet, das die Läuse einigermaßen gut unterdrückte aber auch eine Vergröberung verursachte. Auch bei den anderen Sorten traten Läuse auf, allerdings in wesentlich geringerem Ausmaß, so dass eine Korrektur nicht erforderlich war. Auch in diesem Jahr war der Lausbefall stark, aber aufgrund des kühlen Frühjahrs verlief ihre Entwicklung bedeutend zögerlicher. Mittels des Brennnesselextrakts Urtibasic und verschiedener Nützlinge konnte der Befall gut unterdrückt werden. Am Ende des Pflanzjahres traten sporadisch kleine Kolonien von Blutläusen auf der überdachten Parzelle auf. Es schien, als ob sie vom nahe gelegenen Santana-Feldstück, das stark befallen war, hergeweht worden waren. Im zweiten Jahr hielt sich der Blutlausbefall in Grenzen, doch im Herbst waren einige Bäume plötzlich vollständig von Blutläusen besetzt. So seltsam es klingen mag, auf der Bio-Anbaufläche sind keine Ohrwürmer zu finden. Diese wurden im August 2020 mit Hilfe von Tonkinstäben von der konventionellen Conference-Parzelle aus auf die Bio-Parzelle gebracht. Derzeit wird untersucht, ob sie wohl geblieben sind. Im vergangenen Winter wurden alle Bäume auf Blutläuse untersucht und, falls erforderlich, per Handspritzgerät mit Öl behandelt. Dies wirkte sich bis Mai gut aus, doch dann stieg der Befall wieder leicht an. Auch auf der Bio-Parzelle unter der Regenüberdachung ist in diesem Jahr eine starke Zunahme von Blutläusen zu beobachten, insbesondere auf Elstar. Und schließlich scheint auch die Rostmilbe auf der überdachten Parzelle etwas häufiger aufzutreten, doch wird diese durch die Schwefelbehandlungen ausreichend unterdrückt. In einem späteren Stadium werden die Raubmilben für Ruhe sorgen müssen.

Kein Schorf, aber ... Bereits im Pflanzjahr trat der Mehltau stark auf; das rechtzeitige Entfernen der weißen Rispen in Kombination mit einer großzügigen Schwefelgabe war eindeutig unzureichend. Auch im Jahr 2020 war der Mehltau trotz eines strammen Schwefelprogramms nicht auf ein niedriges Niveau zu bekommen. Sowohl 2019 als auch 2020 war es warm und trocken, was in der Praxis zu einem verstärkten Mehltaubefall führte. In diesem Jahr verlief die Entwicklung des Mehltaus aufgrund des kühlen Frühjahrs zögerlicher. Nichtsdestotrotz kam es bei allen Sorten zu einem neuen Befall. Der Befall scheint stark mit dem Ausbleiben von Regen zusammenzuhängen. Mehltau entsteht nur auf dem Blatt, nicht auf der Frucht; letztere war immer ganz ebenmäßig. Der Erdbeeranbau in Tunneln hat gute Erfahrungen mit Beregnungsanlagen bei der Mehltaubekämpfung gemacht. Deshalb wurde über der Sorte Tessa eine Sprinkleranlage installiert. Dieses Jahr wurde ab Juni an zwei Tagen pro Woche beregnet (zweimal täglich für fünf Minuten, jeweils etwa 2 mm). Das ist zu wenig Besprengung, um Schorf zu verursachen, aber – und das ist zu hoffen - genug, um einen Mehltaubefall einzudämmen. Zur Überprüfung wird eine Reihe der Sorte Tessa nicht beregnet. Im nächsten Frühjahr wird sich zeigen, ob Mehltau hierdurch ausreichend eingedämmt werden kann.

Und Fruchtbaumkrebs?

Die Überdachung über der Bio-Parzelle wird vor dem Knospenaustrieb geschlossen und erst weit nach dem Laubfall geöffnet. Der Rückschnitt erfolgt am Ende des Laubfalls. Danach bleibt die Überdachung für weitere zwei Wochen geschlossen, so dass Schnittwunden trocknen können. Auf diese Weise sind die Bäume während aller Zeiträume, in denen Wunden entstehen, vor Regen geschützt. Für Fruchtbaumkrebs auf der Sorte Kanzi gilt eine Nulltoleranz: In den ersten beiden Jahren wurden alle befallenen Bäume entfernt (insgesamt zwei Bäume). Ab dem dritten Wachstumsjahr (2021) wurden Bäume mit Stammkrebs entfernt und solche mit Triebkrebs tief zurückgeschnitten. In diesem Jahr wurden 14 Bäume entfernt und 29 Äste zurückgeschnitten. Bei den entfernten Bäumen befand sich der Krebs überall an der gleichen Stelle, nämlich etwa 20 Zentimeter über dem Wurzelstock. Bei den entfernten Ästen befand sich der Befall stets an einer Rupfwunde, die infiziert war. Auffallend war, dass sich bis auf einen alle entfernten Bäume in den beiden äußersten Reihen der Parzelle standen. Insgesamt wurden nur knapp 4 % der Bäume entfernt.

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