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4 November 2021

Überdachter Anbau auf dem Vormarsch

Überdachter Anbau auf dem Vormarsch

In 15 bis 20 Jahren wird der überdachte Anbau im Hartobstbau fest Fuß gefasst haben, erwartet FruitSecurity Holland. Nach Angaben des Unternehmens sind Gründe dafür die Ausbreitung exotischer Mücken sowie die Verarmung des Pestizidpakets. Voraussetzung ist allerdings, dass der Markt bereit ist, einen höheren Preis zu zahlen.

Von: Ank van Lier, freiberufliche Journalistin, fruitteelt@nfofruit.nl

In den letzten Jahren wurden bereits Versuche mit Folienüberdachungen im Apfel- und Birnbau durchgeführt, um das Obst vor Niederschlag zu schützen und so Schimmelbildung zu vermeiden. Dies wird derzeit unter anderem auf dem Versuchsgelände Randwijk erprobt. Gerben van Veldhuizen von FruitSecurity Holland erwartet, dass sich der Hartobstanbau unter Folienüberdachungen durchsetzen wird. "Die Verarmung des Pestizidpakets zwingt die Obstzüchter dazu, nach anderen Möglichkeiten zur Bekämpfung von Schimmelbildung zu suchen. Folienabdeckungen, die verhindern, dass die Früchte nass werden, können dann ein wirksames Instrument sein. Voraussetzung ist allerdings, dass die Parzelle lediglich oberhalb abgedeckt wird; die Seiten müssen offenbleiben. Andernfalls ist die Gefahr nämlich groß, dass Probleme mit anderen Krankheiten und Schädlingen auftreten.“  Zurzeit werden laut Van Veldhuizen vor allem Schutzsysteme aus gewebter Folie eingesetzt, weil man damit im Kirschanbau bereits die nötigen Erfahrungen gesammelt hat. "Der Vorteil ist auch, dass gewebte Folie extrem strapazierfähig ist. Tunnelfolie oder Schlauchfolie dehnt sich unter Hitzeeinfluss aus, wodurch die Spannkraft nachlässt. Darüber hinaus ist diese Folienart anfälliger für Beschädigungen. Dennoch wird auch hiermit aufgrund der einfachen Tatsache experimentiert, dass Tunnelfolie wesentlich günstiger ist als gewebte Folie". Automatisierte Überdachungen, die automatisch auf- und zugeschoben werden, sind laut Van Veldhuizen die beste Option für den Anbau. "Schließlich kann man mit ihnen eine maximale Lichtmenge einfangen und so eine optimale Produktion erreichen. Allerdings ist ein solches System auch teurer - wie viel teurer, ist schwer zu sagen - als eine fest installierte Folienabdeckung, die etwa fünf Euro pro Quadratmeter kostet. Eine solche Investition muss der Obstbauer irgendwo wieder ausgleichen. Ein höherer Ertragspreis ist dann im Grunde die einzige Option, zumal die Genossenschaft von den Obstbauern verlangt, dass sie nachhaltiger arbeiten. Und es kann wohl eine Menge an Anforderungen gestellt werden, aber es muss auch eine Gegenleistung geben. Die größte Herausforderung für uns als Branche besteht darin, diese Debatte zu führen und einen besseren Preis zu erzielen. Und das Ergebnis dieser Debatte wird auch darüber entscheiden, ob mit Folienüberdachungen von Hartobst fortgeschritten wird oder nicht."

Abdeckungen mit Hagelschutznetzen

Van Veldhuizen geht davon aus, dass neben Folienüberdachungen auch Hagelschutznetze eine bedeutendere Rolle im Hartobstanbau spielen werden. Er hat bereits festgestellt, dass u. a. in Österreich und Italien immer mehr Apfel- und Birnenparzellen in Hagelschutznetze "eingepackt" werden. "Das hat alles mit dem Vordringen exotischer Insekten wie der marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys) zu tun. Um Äpfel und Birnen davor zu schützen, packen die Züchter ihre Obstplantagen vollständig in Hagelschutznetze ein, sowohl oberhalb als auch an den Seiten. Und das ist anbautechnisch gesehen auch durchaus möglich, da die Hagelschutznetze eine offene Struktur haben und eine ausreichende Belüftung gegeben ist." Van Veldhuizen zufolge wird der Markt wahrscheinlich eine weniger entscheidende Rolle beim Vormarsch der Hagelschutznetze spielen, da die Investition begrenzter ist als bei Folienüberdachungen. „Für 1.500 bis 2.500 Euro ist ein Grundstück komplett 'eingenetzt'. Auch die Tatsache, dass verschiedene Klubsorten eine Investition in Hagelschutznetze erfordern und diese in den Auszahlungspreis einbezogen wird, wird zur weiteren Verbreitung der Netze beitragen." Van Veldhuizen sieht im Hartobstanbau wenig Chancen für eine Kombination aus Regenschutzfolie und Insektenschutznetz, wie sie im Kirschanbau verwendet wird. "Das wäre zu dicht, was die Belüftung zu stark einschränken würde. Außerdem drohen im Hartobstanbau noch wenige Insekten, die so klein sind, dass Hagelschutznetze keinen ausreichenden Schutz bieten würden." FruitSecurity geht davon aus, dass in Zukunft auch immer höhere technische Anforderungen sowohl an Hagelschutznetze als auch an Folienüberdachungen gestellt werden. "Aufgrund des Klimawandels und extremerer Niederschläge werden wir die Überdachungen anders bauen müssen. Verankerung und Struktur müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und auch bei starkem Schauer ausreichend Widerstand leisten können.“ Laut Van Veldhuizen bedeutet dies nicht, dass die Systeme unbedingt teurer werden. "Indem man zum Beispiel den Ankerabstand vergrößert, kann man das System bereits wesentlich stabiler machen. Und solche Anpassungen werden ohnehin notwendig sein, da auch die Versicherungsgesellschaften immer höhere Anforderungen sowohl an Hagelschutznetze als auch an Folienüberdachungen stellen."

„DER ÜBERDACHTE HARTOBSTANBAU MUSS SICH NOCH BEWÄHREN".

"Das Anbringen von Folienabdeckungen über Hartobstparzellen ist im Prinzip eine gute Idee", antwortet WUR-Forscher Rien van de Maas. "Nicht umsonst testen wir auf dem Testgelände Randwijk ein System mit einem 'Cabrioverdeck'. Diese Folienabdeckung bleibt bei trockenem Wetter offen und kann bei Regen geschlossen werden.“ Van der Maas geht außerdem davon aus, dass Überdachungen, die automatisch auf- und zugeschoben werden können, die besten Aussichten bieten. "Eine Überdachung löst wohl viele Krankheitsprobleme, auf der anderen Seite nimmt aber die Gefahr von Mehltau und Apfelblattlaus zu. Wir glauben jedoch, dass diese Probleme mit automatisierten Überdachungen geringer ausfallen werden.“ Der Forscher betont, dass sich der überdachte Hartobstanbau allerdings erst noch bewähren muss. "Wie wird sich die Produktion längerfristig entwickeln? Werden weitere Probleme auftreten? Solche und andere Fragen müssen wir noch klären. Und auch die erforderlichen Investitionen sind ein Thema.“ Wie Van Veldhuizen anmerkt, werden diese Kosten vermutlich vom Markt getragen werden müssen. „Wir untersuchen aber auch, ob diese Anbaumethode auf andere Art kosteneffizient sein kann.

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